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Über urlaubsvorbereitungen und reisekrankheiten: freke machte eine weltreise

Zu ihrem 7. Geburtstag bekam Sie einen Globus geschenkt und damit wurde eine Weltreisende geboren. Freke Bakkers war 26 Jahre alt, als sie zusammen mit ihrem Freund 14 Monate lang durch die Welt reiste. In Ländern wie Neuseeland, Myanmar oder den Osterinseln erlebte Sie die schönsten Dinge, die man sich vorstellen kann, aber durch verschiedene Infektionen und Krankheiten so wie das Denguefieber lernte sie auch die Kehrseite des Reisens kennen.


WAR ES SCHON IMMER IHR TRAUM EINE WELTREISE ZU MACHEN?

Schon von klein an wusste ich eines sicher: ich sollte eines Tages eine Weltreise machen. Ich habe mir nicht ohne Grund einen Globus zu meinem 7. Geburtstag gewünscht, den ich dann stundenlang betrachten konnte. In Erdkunde bekam ich immer die besten Noten und so erschien es mir logisch, als folgenden Schritt nach meiner Schulzeit Tourismus zu studieren. Als ich meinen Freund kennenlernte, der auch so gerne reist, war es uns schnell klar: wir sollten zusammen eine große Reise machen. Den passenden Moment dafür gibt es nicht, ständig ist etwas oder jemand, für den man zuhause bleibt. Darum haben wir irgendwann ein festes Datum gewählt und beschlossen: ‚Was auch immer dann passiert, wir machen unsere Reise‘. Letzten Endes sind wir am 18. Mai 2013 in unser groβes Abenteuer aufgebrochen.


WELCHE ROUTE HABEN SIE GEWÄHLT?

Im Vorfeld haben wir nur zwei Dinge geplant: Tickets für den TransMongolei Express und die erste Übernachtung in Peking nach unserer Ankunft. Für die Zeit danach war alles offen. Wir folgten der Sonne in die Richtung aus der der Wind kam und das hat uns schließlich in die folgenden sechzehn Länder gebracht: Russland – Mongolei – China – Laos – Thailand – Kambodscha – Malaysia (inklusive Borneo) – Brunei – die Philippinen – Myanmar – Indonesien – Australien – Neuseeland – Chile (mit einem Besuch an die Osterinseln) – Bolivien – Peru.

Als wir in einem Land waren, wussten wir nie, welches Land danach kommt. Wir wollten gerne so viel wie möglich über Land reisen und versuchten daher, Länder zu wählen, die wir per Bus oder Boot erreichen konnten. Manchmal orientierten wir uns auch daran, was andere Reisende uns erzählten, oder wir ließen uns von Neugier leiten oder es war schlicht und einfach eine gute Reiseverbindung in ein anderes Land, woraufhin wir beschlossen, dahin zu gehen. So waren wir beispielsweise dreimal in Thailand, da man von dort aus aufgrund der zentralen Lage und der guten Verbindungen überall hin kommt.

“Wir folgten der Sonne in die Richtung aus der der Wind kam.”


IN 14 MONATEN ÜBER DIE GANZE WELT, DAS FRAGT DOCH EINE MENGE VORBEREITUNG?

Wie gesagt, bis auf den TransMongolei Express war die gesamte Reiseroute völlig offen. Wir sollten solange reisen wie wir wollten und erst dann nach Hause zurückkehren als wir kein Geld mehr hatten oder zuhause etwas passiert war, weswegen wir wirklich zurückkehren wollten. Da wir nicht wussten, wohin wir gingen, haben wir so viele verschiedene Impfungen wie möglich durchführen lassen. Wir haben uns neue Reisepässe ausstellen lassen, Reiseversicherungen abgeschlossen und unsere „Rucksackausrüstung“ zusammengestellt. In der Zwischenzeit arbeiteten wir hart und sparten so viel Geld wie nur möglich. Etwa drei Monate vor der Abreise haben wir ein Ticket für den TransMongolei Express gekauft und auch beide unseren Arbeitsplatz gekündigt. Mehr Vorbereitungen haben wir eigentlich nicht getroffen.


UND DANN HABEN SIE MEHR ALS EIN JAHR AUS DEM RUCKSACK GELEBT… WAS HATTEN SIE ALLES BEI SICH?

Unsere Rucksäcke wogen ungefähr 15 und 18 kg. Das war mehr als wir gehofft hatten, aber wir hatten letzten Endes nichts bei uns was wir nicht auch gebraucht hätten. Wir hatten nur ein Minimum an Kleidung bei uns. Als unterwegs echt etwas kaputtging, kauften wir es vor Ort auf irgendeinem Markt wieder neu. Unser Gepäck bestand vor allem aus praktischen und notwendigen Dingen wie Schlafsack, Bettzeug, Moskitonetz, Erste Hilfe Set, Taschenmesser, Wasserfilter und Wasserbehälter, ein Stück Tau, das als Wäscheleine gebraucht werden kann und ein Tagebuch. Darüber hinaus hatte ich eine gefütterte Jacke bei mir, drei paar Schuhe (Slipper, Sandalen und Wanderschuhe) und eine Toilettentasche.

WAS WAREN FÜR SIE DIE HÖHEPUNKTE DER REISE?

Es klingt nach einem Klischee, ist aber die Wahrheit: jeder Tag war etwas Besonderes. Selbst an Tagen an denen wir wenig unternahmen, was es herrlich um allein irgendwo zu sitzen und das tägliche Leben an uns vorbeigehen zu lassen. Ein echter Höhepunkt war die Rundreise in einem Campingbus durch Neuseeland, wo wir echte Freiheit erfahren haben. Ein weiterer Höhepunkt war unser Besuch an die Osterinseln. Das ist der meist abgeschiedene Ort der Erde an dem ich jemals war und ich soll sicher nie mehr so weit weg von der bewohnten Welt kommen. Und beim Tauchen in Malaysia schwamm ein Walfisch an uns vorbei, das ist doch sehr beeindruckend. Ich kann stundenlang schöne Momente aufzählen!

“Wahrscheinlich soll ich nie mehr so weit weg von der bewohnten Welt kommen.”


UND DANN WURDEN SIE KRANK…

Das wurden wir und beide sogar mehrere Male. Wir hatten die gängigen Nahrungsmittelvergiftungen gehabt und ich wurde einmal von einem Insekt gestochen, woraufhin ich eine allergische Reaktion hatte. Als Folge davon konnte ich meine Hand ein paar Tage lang nicht gebrauchen. Das Schlimmste war, dass ich einmal (in Myanmar) an einer Baketerieninfektion und einmal an einer Virusinfektion (in Bolivien) litt. Da war ich doch längere Zeit krank gewesen, vor allem da es in Myanmar beinahe unmöglich war, einen Arzt zu finden, der Englisch spricht. Ich war sehr geschwächt und dachte selbst, dass es wieder eine Nahrungsmittelvergiftung ist, aber an einem bestimmten Moment befürchtete ich sogar, dass es Malaria sein könnte. Ich hatte hohes Fieber, das dann auch wieder plötzlich sackte, litt an starkem Durchfall und konnte kaum was im Magen behalten.

Und doch sind wir weiter gereist und nach unserer Ankunft in Indonesien bin ich ins Krankenhaus gegangen. Nach einer Kur mit Antibiotika ging es zum Glück schnell wieder besser. Auf den Philippinen erkrankte mein Freund an Denguefieber. Er musste dann neun Tage lang im Krankenhaus bleiben und war auch in den Wochen danach noch sehr geschwächt. In diesen Momenten fanden wir uns mit unserer Lage ab und sind es ruhig angegangen. Danach konnten wir zum Glück stets wieder weiterreisen.


WAR DAS VOR ALLEM PECH ODER HATTEN SIE SICH, IM NACHHINEIN BETRACHTET, BESSER VORBEREITEN MÜSSEN?

Als ich an unsere Reise zurückdenke, hatten wir, was die Gesundheit betrifft, geeignete Maβregeln getroffen. Wir hatten uns so gut wie möglich impfen lassen und hatten Malariatabletten bei uns für den Fall, dass wir daran erkranken sollten. Des Weiteren hatten wir ein Moskitonetz für eine Person und auch eines für zwei Personen bei uns und haben diese auch regelmäßig gebraucht, vor allem in Südostasien. Unser Erste Hilfe-Set bestand außerdem aus O.R.S., DEET, Paracetamol, Kalendulasalbe, Pflaster, Jod, Verbandmaterial und sterilen Injektionsnadeln. Diese hatten wir vor allem für den Fall bei uns, dass wir in einem Krankenhaus landen, in dem wir nicht sicher sind, dass dort tatsächlich sterile Nadeln gebraucht werden. Das meistgebrauchte Produkt aus unserem Erste Hilfe-Set waren die O.R.S. Wir hatten uns mehrmals eine Nahrungsmittelvergiftung zugezogen und dann ist O.R.S. ideal.

Sollte ich meinen Rucksack neu packen, dann nehme ich wahrscheinlich etwas weniger mit. Pflaster und Verbandsmaterial kann man echt überall kaufen. DEET sollte ich hingegen mehr mitnehmen. Wir sind mit einem einzigen Fläschchen DEET abgereist, da ich davon ausging, dass man es überall kaufen kann. Der einzige Unterschied besteht darin, dass das Deutsche DEET sehr stark ist (manchmal sogar 50%). In anderen Ländern ist es oft nicht stärker konzentriert als 15% und das obwohl genau da die gefährlichen Mücken vorkommen!

“Ein zusätzliches Fläschchen hoch konzentriertes DEET hätte uns vielleicht das Denguefieber ersparen können.”


KLINGT DAS NACH MEHR?

Ja, absolut. Das Reisefieber wird man nicht mehr los. Ich bin noch stets jeden Tag froh, dass wir diese Reise gemacht haben. Unsere Lebenssituation hat sich inzwischen so verändert, dass eine so lange Reise als diese nicht mehr gemacht werden kann, aber man soll niemals nie sagen! Kurze Reisen sind zum Glück immer möglich und die machen wir dann noch stets.


HABEN SIE NOCH TIPS FÜR KÜNFTIGE WELTREISENDE?

Gehen Sie nicht mit zu viel Erwartungen auf eine Reise; ich denke, dass man dann allein enttäuscht wird. Gerade wenn man nicht alles vorausplant und sich durch den Moment leiten lässt, wird alles unvergesslich. Des Weiteren sollten Sie am besten so wenig wie möglich mitnehmen. Beinahe alles kann man überall kaufen, aber ein zusätzliches Fläschchen DEET hätte uns vielleicht das Denguefieber ersparen können.

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